Kommentiert: Großer Gourmet Preis – Kulinarisches Stelldichein von Spitzenköchen

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Weimar einmal mehr kulinarischer Schauplatz des Landes

Bereits zum siebten Mal führte Andreas Dietz von der veranstaltenden Agentur desas aus Rostock durch die Ehrung im Rahmen des Großen Gourmet Preis in Thüringen. Und zum siebten Mal begrüßte er im altehrwürdigen Weimarer Hotel Elephant, einem 5-Sterne-Haus der Luxury-Collection-Hotel-Gruppe, nicht nur  etwa 200 gut gelaunte und erwartungsfrohe Gäste, sondern auch die kochenden Granden des Freistaates. Die hatten ein kulinarisches Programm der Spitzenklasse zusammengestellt, das im festlich eingedeckten Richard-Wagner-Saal und im Gourmet-Restaurant Anna Amalia serviert wurde.

Auch wenn Thüringen mit „nur“ zwei der begehrten Michelin-Sterne dekoriert ist, haben die Küchen-Matadoren des Abends einmal mehr bewiesen, dass es auch ein kulinarisches Thüringen abseits von Bratwurst, Rostbrätl und Klößen gibt. Nichts gegen diese traditionsreichen, wohlschmeckenden Produkte, das Land hat in dieser Beziehung  aber mehr zu bieten. Und das mit einer erstaunlichen Kreativität, wie die Menüfolge des Abends versprach.

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Beim Champagner-Empfang wartete Anett Reinhardt von der Landgrafenstube des Romantik Hotels auf der Wartburg mit geschmacklich exzellent zubereiteten Amuse Bouches in Form von Thunfisch Sashimi, Sushi Röllchen und  einem Ingwer Süppchen auf. Das regte den Geschmack und die Lust auf mehr an.

Der erste Gang wurde vom Team des Restaurants Scala in Jena auf den Tisch gebracht. Küchenchef Christian Hempfe konnte wegen eines Auslandsaufenthaltes zwar nicht persönlich an der Veranstaltung teilnehmen, konnte sich aber voll und ganz auf seine Jungs verlassen, die als pikante Vorspeise  eine attraktive Paprika-Variation mit Pimento, Olivenöl, Espuma und Büffelricotta gezaubert hatten.

Als Gastkoch konnte Moderator Andreas Dietz diesmal Christian Lohse vom Restaurant „Fischers Fritz“ in Berlin begrüßen. Der mit zwei Sternen bekrönte Küchenchef wartete mit einem vermeintlichen Karo einfach auf, das es geschmacklich aber in sich hatte. Er kombinierte einen Atlantik-Lagostino mit einer würzigen Remoulade. Das überraschte selbst langjährige Teilnehmer der Veranstaltung.


Danach trumpfte der kulinarische Gastgeber aus dem Elephant auf, der bereits seit 1993 im Anna Amalia kocht und seit fast 16 Jahren als Küchendirektor des Hauses agiert: Sternekoch Marcello Fabbri. Der brachte einen fulminanten Teller mit Ravioli del Plin, Parmesan, Grünem Spargel und Bianchetto Trüffel auf den Tisch.

Das war ein typischer Fabbri, der ein Meister der italienischen Küche ist, die er auf höchstem Niveau zubereitet. Dazu gab es allerdings keinen italienischen Wein, sondern eine trockene 2014er Scheurebe vom Weingut  Schloss Proschwitz bei Meißen. Der Mann weiß, was harmoniert.

Ulrich Rösch als bodenständig-anspruchsvoll bekannter Küchenchef der Turmschänke in Eisenach wagte sich diesmal an den Fischgang. Er setzte einen glacierten Skrei in Rotweinsauce mit Topinambur und Quatre Epices i Szene. Das war schon ein Gaumenschmaus der Extraklasse, der buchstäblich auf der Zunge zerging.

Sozusagen aus dem Schatten seines Patrons Claus Alboth vom Dorotheenhof in Weimar trat dessen Küchenchef Jan Großheim. Jugendlich ambitioniert und mutig wie er ist, entwickelte er, natürlich im kulinarischen Duett mit dem Altmeister aus dem jetzt geschlossenen „Alboth’s“ ein überraschend schlichtes Szegediner Gulasch im "Dorotheenhof Style". Das sah anders aus, schmeckte auch anders als das traditionelle Szegediner. War aber eine gelungene geschmackliche Kreation, die auf weitere Ideen aus dem Dorotheenhof hoffen lässt.


So richtig in seinem Element war Küchenchef Andreas Scholz aus dem Restaurant Anastasia im Weimarer Grandhotel „Russischer Hof“. Er brachte einen in Minze geräucherten Lammrücken auf den Tisch.

Dazu kombinierte er geschmackssicher Karotte und Kombucha. Das war ein perfekt zubereiteter und arrangierter  Hauptgang, der dem eher bodenständig-deftigen, aber nicht weniger anspruchsvollen Gusto von Scholz entsprach.

In kulinarisch große Schuhe musste Johannes Wallner vom Sterne-Restaurant Clara im Kaisersaal Erfurt hineinwachsen. Er bekam von Maria Groß den Staffelstab überreicht und muss nun beweisen, ob auch seine Küche den Stern verteidigt. Denn der 2015 errungene Stern ist wohl maßgeblich noch auf das Wirken von Groß zurückzuführen. Sein Dessert mit viel Geschmack und Schokolade lässt auch in diesem Jahr Sterneträume zu. Er variierte Kakaobohne und Schokolade mit Passionsfrucht und Karamell. Nicht schlecht, Herr Wallner. Mal sehen, was Michelin Ende 2016 kulinarisch attestiert.

Die Ehrung im Rahmen des Großen Gourmet Preis 2016 zu beschreiben, ist eigentlich unnötig, denn die Gewinner sind allen wohl bekannt. Allen voran Marcello Fabbri, der seine Ausnahme- und Spitzenposition souverän verteidigte und einen neu gestalteten Award in Empfang nehmen durfte. Johannes Wallner hat seinen zweiten Platz dem Stern seiner Vorgängerin zu verdanken. Das Duo Großheim-Alboth rangiert auf Platz drei. Danach folgen Andreas Scholz und Ulrich Rösch, die sich Platz 4 teilen.

Grandios auch die Leistung des Service-Teams des gastgebenden Hotels. Die jungen Damen und Herren hatten buchstäblich alle Hände voll zu tun und haben ihre Aufgaben mit Bravour, Umsicht und freundlicher Individualität erledigt. Im Zusammenwirken mit den teilnehmenden Köchen hat Sommelier Thomas Stobbe eine Palette ausgezeichneter Weine kredenzt. Champagner-Partner war Ayala, Wein-Partner waren unter anderen das Weingut Schloss Proschwitz, das Thüringer Weingut Bad Sulza und Weinhof  in Gebesee.


Für musikalische Power sorgte Sängerin Della Miles und ihre Band. Das riss die Gäste sprichwörtlich vom Stuhl. Es ist durchaus nicht alltäglich, dass zum Gourmet Preis getanzt wird. Das gehört in Weimar mittlerweile zum Repertoire. Auch Schirmherr Christian Carius, Präsident des Thüringer Landtages, ließ es sich nicht nehmen, mit Gastgeber Kay Heller und den Partnerinnen das Tanzbein zu schwingen. Nicht zu vergessen auch die reizende Moderatorin Victoria Herrmann, die den Gästen und Andreas Dietz über eine Videoleinwand das Geschehen in der Küche charmant kommentierte und die Köche vorstellte.

Dieser Beitrag wurde weitestgehend ohne persönliche Wertung
und im Auftrag für die veranstaltende Agentur  geschrieben.

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